Archiv der Kategorie: Bräuche und Sitten

Gastfreundschaft / Eine germanische Tugend

Was ist das germanische Gastrecht und wie passt es in die heutige Zeit?

Dieser Artikel beschäftigt sich mit einer der wichtigsten Tugenden des Heidentum und zwar dem Gastrecht.

Das Gastrecht in alten Zeiten:

Diese Tugend war überlebenswichtig. Damals reisten die Menschen viel. Sie waren ständig als Wanderer unterwegs und um irgendwo für die Nacht unter zu kommen, baten sie bei Fremden um ein Obdach.

Diesen Wunsch durfte man niemand abschlagen. Die Edda berichtet im Havemal darüber. Schließlich könnte der Ablehnte auch ein Gott sein. So finden wir zum Beispiel folgendes Zitat im Havemal:

 

  • Wärme wünscht der vom Wege kommt
    Mit erkaltetem Knie;
    Mit Kost und Kleidern erquicke den Wandrer,
    Der über Felsen fuhr.

 

 Gastfreundschaft ist also eine wichtige Tugend

Jedoch steht in der Edda auch klar, dass diese Gastfreundschaft nicht missbraucht werden darf und der Gast wissen muss, wann es wieder Zeit zum gehen wird. In der Edda, ebenfalls im Havemal findet man dazu:

Selbst Herden wissen, wann zur Heimkehr Zeit ist
Und gehn vom Grase willig;
Der Unkluge kennt allein nicht
Seines Magens Maß.

 Eigen Haus, ob eng, geht vor,
Daheim bist du Herr,
Zwei Ziegen nur und dazu ein Strohdach
Ist besser als Betteln.

 Wie ist das Gastrecht nun in der heutigen Zeit zu verstehen?

Auch in die heutige Zeit passt das Gastrecht noch sehr gut. Schließlich sollte man auch heute noch Hilfbereitschaft gegenüber einem Menschen in Not zeigen, so will es der alte Glaube und die alte Tugend, jedoch muss der Gast auch die Regeln des Gastgebers akzeptieren und darf  Hilfsbereitschaft  nicht ausnutzen.

K640_Neue Bitmap (6)

 

WALHALL in der heutigen Zeit!

Was geschieht mit uns wenn unsere Seele Midgard verlässt?

Das Leben nach dem Tod und besonders die Frage nach Walhalla ist eine der meist gestellten Fragen des neuen Heidentums. Wie kommt man nach Walhall und ist die Angst vor Hellheim berechtigt? Dieser Artikel beschäftigt sich mit der Frage nach dem letzten Atemzug.

Walhalla:

Nach Walhall, Walhalla,Valhall, oder Valhalla, kommt wie wir es aus unzähligen Sagen kennen jeder der in der Schlacht stirbt. Doch hier muss man schon eins klar stellen und zwar, dass nur die Hälfte aller Gefallen nach Walhall kommt. Die andere Hälfte bekommt Freya und sie nimmt sie in ihrem Palast Folkfang auf. Der Glaube an Walhalla lies viele tapfere Männer auf Schlachtfelde tapfer kämpfen und für die Angehörigen war es ein Trost, ihre Gefallenen Verwanden in Walhalla bei Odin zu wissen.

1024px-Walhall_by_Emil_Doepler

Helheim

Alle anderen Menschen, die an Krankheit, oder Alters bedingt starben kamen nach Helheim. Doch Helheim ist NICHT Vergleichbar mit der christlichen Hölle. Im Gegenteil auch Hellheim ist ein Ort an dem man mit seinen Verwanden wieder vereint ist. Es ist kein Ort des Leides, aber auch kein Ort der puren Freude. Ähnlich wie zu Lebzeiten erlebt man hier Leid und Glück. Doch auch Helheim hat eine dunkle Kammer, diese dient in der Tat als Vorbild für die christliche Hölle. Dieser Ort nennt sich Naströnd. Náströnd ist der Ort, an den niederträchtige Menschen – wie z. B. Eidbrüchige oder Verbrecher – nach ihrem Tod kommen. Alle Türen zeigen nordwärts und die gesamte Umgebung ist mit der Haut von Schlangen ausgekleidet und giftige Gase erfüllen ihn. Von der Decke tropft zudem Säure herab. Dieser Ort steht für die dunkle Seite von Lokis Tochter Hell.

Man sieht also es war nichts schlimmes nach Helheim zu kommen, sondern Normalität, denn die Paläste Folkfang und Walhall, waren nun mal nur den besonders mutigen Menschen vorbehalten.

Doch es gab noch mehr Verbleibmöglichkeiten, so kamen die Knechte und Bauern angeblich zu Thor, wie es Harbardslied berichtet wird. Sie dürfen da im Hof Thrudheim ein einfaches Nachleben führen.

Alle unglücklich Verliebten, die auf Midgard nicht zusammen fanden, kommen zu Frigg und können da Glücklich miteinander leben.

Wer ertrinkt, kommt zu Ran, der Meeresgöttin. Der Spruch:„Ran in die Hände fallen“, hat sich bis Heute noch bei Seefahrern erhalten.

Jedem ist also sein Platz vorher bestimmt, wenn die Nornen unsere Zeit auf Midgard enden lassen.

Nun zu Walhall aus der Heutigen Sichtweise:

Es gibt nicht mehr viele Schlachten und somit kaum eine Chance nach Walhall zu kommen und die Menschen haben Angst vor Helheim, weil sie nun mal fälschlicherweise Helheim mit der christlichen Hölle vergleichen, also erfanden einige Heiden, dass Gerücht, das man nach Walhall kommt, wenn man den Kampf des Lebens stolz führt.

Doch ist das nicht eine Beleidigung gegenüber unseren Ahnen, die unter Schmerzen auf Schlachtfeldern kämpften, wenn man sein heute relativ angenehmes Leben mit ihrem Leid vergleicht?

Es reicht doch auch, wenn man akzeptiert, dass man in Heilheim mit seinen Ahnen wieder vereint ist und da mit ihnen vereint leben kann. Walhall bleibt nur etwas besonders, wenn es nun mal nur einer kleinen Anzahl zugänglich ist und erreichen kann man es ja, wenn du zum Beispiel auf der Straße jemand zuhilfe eilst, der von Kriminellen angegriffen wird und du im Kampf stirbst, dann kommst du nach Walhalla. Dann bist du im Kampf gefallen. Das heißt aber nicht, dass man jetzt leichtfertig sein Leben riskieren soll und sich in Gefahr bringen soll, besser man genießt jede Sekunde die einem auf Midgard verbleibt.

11880493_1113198448708375_1770360778630921244_n