Das THING| Die erste Demokratie

Das Thing – Die erste Demokratie – Die Versammlung bei den Germanen

(germ. thengaz, ahd. ding „Sache”, „Rechtssache”, „Gerichtsversammlung”, „Versammlung”)

Man kann das Thing definitiv als die frühste Form der Demokratie bezeichnen und das obwohl die Athener eigentlich als die großen Erfinder galten. Doch auch bei den germanischen Stämmen sprachen nicht irgendwelche Adlige Urteil, sondern der gesamte Stamm.

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Wer war an einer Teilnahme berechtigt?

Berechtigt an einer Teilnahme war jedes männliches Stammesmitglied und alle waren sie gleichberechtigt, egal wie groß ihr Besitz, oder Stand war. Doch jene freien Männer waren nicht nur berechtigt, sondern auch an einer Teilnahme verpflichtet und egal wie weit der Weg zum Versammlungsort war, jeder musste teilnehmen und die Kosten für seine Anreise tragen.
Nicht teilnehmen durften: Frauen, Kinder, Sklaven und Fremde, welche noch nicht offiziell in den Stamm aufgenommen wurden.

Der Ablauf eines Things!

Das Thing fand in regelmäßigen Abständen statt und ging meistens 3 Tage. Die Versammlungen fanden in der freien Natur statt. Oft auf Hügeln oder Bäumen. Diese heiligen Thingstätten durften auch nicht durch das vergießen von Blut entweiht werden. Das nannte man den Thingfrieden.

Die Versammlungsleitung hatte entweder ein rumreicher einflussreicher Krieger, Priester, Gode (Ritualleiter) oder Ewart (Kenner der Stammesrechte). In der Regel hatten sie keine großartigen Sonderrechte inne, aber irgendwer musste ja die Versammlung leiten und koordinieren.

Nun konnte jeder seinen Punkt auf die Tagesordnung bringen und dann wurde verhandelt. Jeder durfte sein Wort erheben und seine Meinung frei sagen egal ob Bauer, Fürst, oder Krieger. Beim Thing waren sie alle gleich, jedoch hatte natürlich ein mächtiger Mann sein Gefolge , welches auf seiner Seite stand. . Dabei kam es schon das ein oder andere Mal zum Streit, denn während des Things wurde reichlich Bier getrunken. Der Alkohol sollte die Zunge lockern. Wenn der gerade Redende einen Vorschlag gemacht hatte, und der gefiel einem, dann trommelte man laut auf seinem Schild und Schlug den Speer dagegen. Mochte man den Vorschlag nicht so, dann drückte man das durch murren und knurren aus. Während also an einem Tag verhandelt wurde, wurden die Entscheidungen aber erst am nächsten Tag – nachdem man eine Nacht drüber geschlagen hatte und auch wieder nüchtern war – beschlossen und fest gelegt.

„Streite betrunken, entscheide nüchtern“

 

 

So fand man gemeinsam Gesetzte und Lösungen für Probleme und keiner hatte die Macht diese für den Stamm Lebenswichtige Dinge allein zu entscheiden.

Tyr der Schützer des Things.

Der Gott Tyr wacht über die Versammlungen und die Stämme glaubten, dass eine Einigung nur durch seine Gunst möglich war. Brach man ein bei einem Thing getroffenes Urteil zog man sich seinen Unmut zu und deswegen war jeder betracht sich daran zu halten. Die Funtion des Hüters des Thing hatte er schon lange bevor die Menschen anffingen Odin zu verehren.
Es gibt mehrere Beweise dafür, dass Tyr unter dem Namen Ziu, Tiw, Thiuw oder Teiwaz schon viel früher verehrt wurde als Odin, Thor oder Freyr. Mythenforscher glauben beweisen zu können, dass es sich bei ihm ursprünglich um einen indoeuropäischen Himmelsgott handelte, dessen Funktion vor allem darin bestand, Streitigkeiten und Konflikte zu lösen, entweder durch Kampf (Götterentscheid) oder eine Ratsversammlung (Thing).
Diese Funktion hat er ja dann auch noch behalten als man anfing ihn zu den Asen zu zählen.

 

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