Ein Blick auf Helheim| Der Ort unseres Nachlebens.

Einleitung: Viele Anhänger des Neuheidentums haben Angst vor Helheim und hoffen, dass sie nach Walhall kommen. Das liegt an ihrer äußerst christlichen Sichtweise. In Christentum ist die Sache klar:

Wie das Christentum die Sicht auf Helheim prägte:

Gute Menschen kommen in den Himmel. Dort leben sie ein sorgenfreies Leben im Überfluss und es gibt kein Schmerz, kein Tod und kein Leiden.

Schlechte Menschen kommen in die Hölle und werden dort den ganzen Tag gefoltert und leben ein Leben voller Leiden.

Dieses in Gut und Böse denken, gibt es im Heidentum nicht. Somit ist die Deutungsweise, dass Walhalla mit dem Himmel und Helheim mit der Hölle identisch ist falsch.

Der Aufbau und Weg nach Helheim:

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Helheim liegt weiter unter Midgard. Tief unten und weit im Norden. Für die Seele ist es ein weiter Weg. Deswegen gibt man ihnen auch Proviant mit.  Die Seelen bilden einen langen Zug der sich dem Fluss Gjöll nähert.  Dieser mächtige Fluss ist breit und voller gefährlicher Strömungen. Er umschließt ganz Helheim und niemand kann ihn überqueren. Im Fluss schwimmen Waffen und Knochen.

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Nur eine einzige Brücke führt über ihn. Sie heißt Gjallarbru und täglich ziehen tausende Seelen über sie hinweg. Die Riesin Modgud bewacht diese Brücke und lässt nur über sie wer wirklich Tod ist. Ihr zur Seite steht der Höllenhund Garm. Er stürzt sich auf jeden der die Grenze zu Helheim ohne Erlaubnis übertreten will.

Wenn die Seelen nun die Brücke überquert haben kommen sie an einen großen Zaun. Er heißt Helgrind. Kein Zaun in allen Welten ist so hoch wie er und nur selten soll ihn jemand überquert haben.

Er soll fern halten, was fern bleiben soll, aber noch wichtiger: Er soll drinnen halten, was drinne bleiben soll.

Nur ein Tor führt durch ihn durch und ist man durch, dann ist man in Helheim und es gibt kein zurück mehr.  Tief unter Midgard befindet man sich jetzt und weit unter dem Weltenbaum. Seine mächtigen Wurzeln bilden den Himmel. Hier trifft man nun seine Ahnen wieder. Seine ganze Sippe über Generationen hinweg. Jeder der eben nicht im Kampf gefallen, oder ertrunken ist. Helheim ist ein großes Land und meist ist es kalt da es  nahe an der Eiswelt Niflheim liegt. Eventuell auch ein teil davon bildet. Hier leben die Sippen in Höfen zusammen und es gibt auch Felder, Wiesen und Wälder. Somit kommt es einem Vertraut vor, weil es einem an sein Leben auf Midgard erinnert. Die Sonne kommt nur selten zum Vorschein. Geht man den Weg durch die verschiedenen Dörfern weiter kommt man an einen großen Palast.

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Hier ist der Wohnsitz von Hel. Dieser heißt Eljudnir (Elend), ihr Tisch Hungr (Hunger), ihr Messer Sultr (Verschmachtung) und ihre Türschwelle Fallandaforad (Fallende Gefahr). Kor (Sarg) ist der Name ihres Bettes und Blikjandabol (blinkendes Unheil) der ihres Bettvorhangs.

Ihre Bediensteten sind die Magd Ganglot (Trägtritt) und der Knecht Ganglati (Langsamtritt).

 Eigentlich meidet man die Göttin so gut es geht, doch lädt sie einen zu sich ein, weil sie die Einsamkeit plagt, dann lehnt man nicht ab. Dann lässt man sich auf sie ein.

Hel

Hel (Hella, Hellia, nord. „Hölle“), die Todesgöttin, ist die Tochter des Gottes Loki und der Riesin Angrboda. Sie herrscht über das Reich „Hel“, die Unterwelt der germanischen Mythologie. Ihre Brüder sind Fenrir und Jörmungandr (die Midgardschlange). Unter anderem ist das achtbeinige Pferd Sleipnir ihr Halbbruder.

Die eine Hälfte ihres Aussehens ist wunderschön und die andere pott häßlich anzusehen. So steht sie für die beiden Seiten Helheims.

Hel wird die Rune Hagalaz zugesprochen, die Rune der Zerstörung und der Wiederentstehung.

Odin selbst warf sie als kleines Mädchen in die Tiefe und so wurde sie die Herrin dieses Reiches

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Das Leben in Helheim

Helheim mag zwar kalt, dunkel und nebelig sein, aber es ist KEIN Ort der Bestrafung. Im Gegenteil hier ist man mit seinen Ahnen wieder vereint und kann mit ihnen sein Nachleben verbringen. Man lebt zusammen, feiert, betreibt weiterhin Landwirtschaft und genießt die gemeinsame Zeit. Alle Generationen leben in den Höfen zusammen. Alles was man ihnen für ihre letze Reise mit ins Grab legte haben sie hier bei sich und deswegen wurden sie mit vielen Grabbeigaben beschenkt. Keiner wollte das seine Ahnen  ohne Besitz leben muss.

Kann man in Helheim nochmal sterben:

 Auch die toten Sippen in den Dörfern führen manchmal Fehden und Kriege, verunglücken oder werden durch Krankheit dahin gerafft. Nur Altersbedingt kann man hier nicht mehr sterben. Wer in Helheim stirbt, der gelangt an den allertiefsten Ort der neun Welten: Nifhel. Ferner weg von Midgard, Asgard und all den anderen Landen, als je ein Wesen gehen wollte. So tief, dass keine Strahlend er Sonne bis dort hinunter reichen. Hier herrscht Stille und Einsamkeit, und schwarzer Nebel bringt Finsternis. Hier ist der letzte Posten, tiefer geht es nicht mehr.

Dann gibt es in Helheim noch einen Raum, einen besonders grausamen und widerlichen. Man nennt ihn Naströnd. Náströnd ist der Ort, an den niederträchtige Menschen – wie z. B. Eidbrüchige oder Verbrecher – nach ihrem Tod kommen. Alle Türen zeigen nordwärts und die gesamte Umgebung ist mit der Haut von Schlangen ausgekleidet und giftige Gase erfüllen ihn. Von der Decke tropft zudem Säure herab.

 

 

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Der germanische Nachthimmel

Einleitung:

Wenn wir Nachts mit guten Freunden um ein Lagerfeuer sitzen, gemeinsam scherzen, gemeinsam feiern und das ein oder andere Horn leeren, dann vereint uns das mit unseren Ahnen.

Auch sie feierten schon gemeinsam unter dem Himmel Germaniens. Blicken wir hoch in die Sterne wie sie stolz am schwarzen Nachthimmel stehen, dann haben wir den gleichen Traumhaften Anblick wie ihn schon unsere Ahnen hatten…

Doch was verband man mit dem Nachthimmel und welche Sternbilder sind mit ihm verbunden. Dieser Artikel beschäftigt sich mit der Nacht über Germanien.

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Wie die Sterne und der Mond entstanden:

Als Odin und seine Brüder aus dem erschlagenen Ymir die Welt formten, nahmen sie seinen Schädel und formten damit die Wölbung des Himmels und sein Hirn warfen sie in die Lüfte und aus ihm wurden die Wolken. Doch der Himmel wirkte dunkel und leer, also nahmen sie Funken, die von Muspelheims Feuer herüber wehten und setzten sie an den Himmel. Diesen Sternen gaben sie Namen gaben und jedem wiesen sie seine Bahn.

Ein besonders großer Funken wurde als Mond gesetzt. Doch er stand leblos da und da erfuhren die Götter von einem überheblichen Riesen. Diesen nannte sich Mundilfari . Er behauptete, dass seine Kinder hübscher als alle Wesen aus allen Welten sind und auch seien sie hübscher wie die Götter.  Er war so überheblich und nannte seine Kinder Sonne und Mond. Als Strafe wurden sie an den Himmel gesetzt und müssen seit dem den Sonnen und den Mondwagen ziehen.

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Mani fährt deswegen mit einem von Pferden gezogenen Wagen über den Himmel. Seine Begleiter sind Bil („die Abnehmende“) und Hjuki („der zu Kräften Kommende“), die beiden Kinder von Vidfinnr. Mani nahm die beiden zu sich, als sie vom Brunnen Byrgir kamen. Sie halten den Eimer Sägr (altnordisch Sægr) und die Stange Simul in der Hand und sind als Mondflecken im Mond zu sehen.

Das Gespann wird immerzu vom Wolf Hati („Hasser”) verfolgt. Am Tag des Weltunterganges (Ragnarök) wird der Wolf es einholen und den Mond verschlingen. Einer anderen Überlieferung zufolge wird der Wolf Managarm („Mondfresser”) den Mond verschlingen und das dabei verspritzte Blut wird die Sonne verdunkeln.

Wer die Nacht ist und wie sie entstand:

Die Nacht wird uns von Nott gebracht. Sie ist eine dunkle Riesin und reitet auf ihrem Ross Hrimfaxi durch unser Land. Sie hat uns die nächtliche Finsternis gebracht und nun wacht sie über uns. Ehrerbürtig zeige sich, wem sie begegnet, denn sonst droht ihm ihr Zorn.
Wenn wir alle in der Schlafstatt ruhen waltet sie. Nicht mehr lange jedoch, dann wird sie ihren Sohn gebären: Dag, und er wird seiner Mutter nach reiten und das ersehnte Licht bringen. Nott wird dann schon hinfort sein. Hinter dem Horizont wird sie verschwunden sein, und alleine der Tau auf dem Gras, der ihrem Ross aus dem Maul tropfte, wird von ihrer schaurigen Anwesenheit zeugen…

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Generell zeigten sich die Germanen sehr ehrfürchtig vor der Nacht. In der Nacht waren viele Unholde unterwegs und man war froh, wenn man eine sichere Möglichkeit zum Übernachten fand. Selbst Thor der oft in Midgard unterwegs ist, sucht sich für die Nacht ein Lager.

Die Sternenbilder:

Nun kommen wir zu den Sternbildern. Von ihnen ist leider nicht viel bekannt. Man weiß nur, dass es gewiss viele Namen für die Sterne gab, welche ist aber nur schwer nachzuvollziehen. Ein Sternbild das uns durch die Edda überliefert wird sind die Augen des Thiazi.

Zu Thiazi folgende schöne Sage:

Wie die Götter Thiazi erschlugen:

Eines Tages verwandelte sich Thiazi in einen großen Adler und flog nach Midgard, da angekommen sah er Hönir, Loki und Odin, welche gerade einen Ochsen über dem Feuer brieten. Er bot seine Hilfe bei der Zubereitung an und nahm sich nach Fertigstellung der Mahlzeit die besten Stücke. Loki, darüber verärgert, schlug mit einem Stock nach ihm. Thiazi packte den Stock mitsamt Loki und schwang sich in die Lüfte. Für die Freilassung musste man ihm versprechen, Idun und ihre Äpfel der Jugend zu ihm zu bringen. Loki lockte Idun durch eine Lüge zu ihm. Als die Götter merkten, dass Idun und ihre Äpfel, die der Götter Jugend erhielten, verschwunden waren, verdächtigten sie Loki und befahlen ihm, sie zurückzubringen. Loki verwandelte sich in einen Falken und flog nach Jotunheim, wo er Idun in eine Nuss verwandelte und sie mitnahm. Thiazi merkte es und nahm die Verfolgung als Adler auf. Kurz über den Mauern Asgards wurde Thiazi von den Göttern durch das Verbrennen seiner Flügel getötet.

Wie Skadi zu ihrer Rache kam:

Seine Tochter Skadi kam dann zu den Göttern und wollte Rache für ihren getöteten Vater. Sie kam nach Asgard, um seinen Tod sühnen zu lassen. Sie verlangte einen Ehemann sowie, dass sie zum Lachen gebracht würde. Die erste Bitte wurde ihr unter der Voraussetzung, ihren Zukünftigen nur anhand seiner Füße auszuwählen, gewährt. So wählte Skadi Njörðr anhand seiner Füße aus, obwohl sie auf Balder hoffte. Die zweite Bitte wurde ihr von Loki erfüllt, der sie mit einer Ziege zum Lachen brachte. Er band seine Hoden mit einem Band am Kinnbart der Ziege fest und begann eine Art „Tauziehen“. Überwältigt von diesem albernen Anblick, brach Skadi in schallendes Gelächter aus. Damit war sie mit den Asen versöhnt.

 

Odin selbst tat Überbuße, indem er ihres Vaters Augen an den Himmel warf, wo sie fortan als zwei Sterne funkelten.

Diese nennt man auch Auguthjaza , welche Sterne am Nachthimmel diese Sternenkonstellation bilden ist leider unbekannt…

Der Nordstern

Wenn wir nachts in den ewigen Sternenhimmel blicken, dann können wir den Nordstern sehen, immer fest an seinem Platz.
Dort ist Asgard, dort ist das Land der Götter. Dort stützt Yggdrasil den gewaltigen Himmel.
Dort steht, am höchsten Punkt der Welt und von Nebel umwoben, Walhall. Es ist die riesige Halle, in der Walvater Odin die Gefallenen aufnimmt. An seiner reich gedeckten Tafel sitzen sie und trinken gemeinsam. Solange Yggdrasil grün und gesund ist wird in Walhall gefeiert werden, und wir können die hell erleuchtete Halle am Sternenhimmel sehen..

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Der Irisweg

Der Iringsweg

Bifröst ist die magische Himmelsbrücke, die unsere Welt mit Asgard, dem Land der Götter im Nordhimmel, verbindet. Auf ihr lodert ein ewiges Feuer, das Riesen und andere Unholde davon abhält, sie zu betreten.
Am Tage sehen wir Bifröst als schimmernden Regenbogen, doch was ist in der Nacht? Ist die Asen-Brücke dann verschwunden?

Nein! Auch in der Nacht zeigt sie uns, dass wir mit den Göttern im Bunde stehen. Heute nennt man sie gerne „Milchstraße“, doch ihr alter heidnischer Name ist „Iringsweg“. Ihre kunstvollen Verzierungen aus reinem Gold funkeln uns wie tausend Sterne.
Iring bzw. Rig, dies ist der Name des Asen-Wächters Heimdall, wenn er auf Erden wandelt. Er wacht über die magische Brücke zum Götterland, am Tage wie bei Nacht. Und wir blicken hinauf in den Himmel und sehen ihr Leuchten… geht abends doch mal raus und schaut auch nach oben. Vielleicht könnt ihr den Iringsweg ja auch entdecken

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Wotan hilft dem König der Angeln

Einleitung:

Wotan/ Odin hat sich in vielen Sagen bis heute erhalten und nicht nur in den Sagas der Edda, sondern auch in vielen regionalen Sagen. In Sagen die man damals nach dem das Christentum so umwandelte, dass man diese Sagen noch weiter seinen Kindern erzählen konnte. So wurde aus Wotan zum Beispiel der wilde Jäger, wie man ihn in vielen Regionen nennt, aber auch der alte Wanderer, oder Schlapphut, Heljäger, Schimmelreiter oder Hackelberg,  nennt man ihn in manchen Regionen Deutschlands.

Hier hab ich nun eine schöne Sage der Angeln für euch über ihn. Die Angeln waren ein Stamm der zu den Nordseegermanen zählte. Die Sage stammt aus dem Buch „Schleswig-Holsteinisches Sagenbuch“ von Frank Trende

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Der junge König der Angeln Offa liebte es auf die Jagd zu gehen und eines Tages kam er dabei in ein schreckliches Unwetter. Er wurde von seinen Gefährden dabei getrennt und kam in einen abgelegenen Teil des Waldes. Hier war er noch nie zu vor und als er so durch den Wald irrte, hörte er Geheule. Er entdeckte ein wunderhübsches Mädchen. Es kauerte heulen und zitternd unter einem großen Baum. Noch nie sah der junge Offa, solch eine Schönheit. Er fragte sie was sie hier draußen alleine mache und sie erzählte ihm, dass ihr Vater sie zur Unzucht zwingen wollte. Er war von ihrer Schönheit verrückt geworden und wollte seine eigene Tochter zur Frau. Als sie ablehnte befahl er seinen Dienern sie in den Wald zu bringen und sie zu töten, doch die Diener konnten ihr nichts antun und so ließen sie sie alleine zurück. Tage lang irrte sie durch den Wald und  ernährte sich von Kräutern .

Er glaubt ihr und war sofort verliebt zu zweit suchten sie einen Weg aus dem Wald. Da kam ein alter Mann auf sie zu und führte sie zu einer Höhle, die sie vor der Kälte und Dunkelheit schützte. Er gab ihnen Essen und machte ihnen ein wärmendes Feuer. Am nächsten Morgen führte er sie aus dem Wald und verschwand wieder.

 

Auf seiner Burg angekommen setzte er gleich die Hochzeit an und die beiden heiratet und führten Jahre lang eine glückliche Ehe, sie schenkte ihm auch mehrere Kinder. Doch dann musste Offa mit seiner Kriegern in ein weit entferntes Land in eine Schlacht ziehen und lies sie alleine daheim. Offa der ein tapferer und mutiger Krieger war erschlug die Feinde schnell, doch das reichte ihm nicht also verfolgte er sie weit in deren Land hinein.

Doch zu seiner Frau schickte er einen Boten und gab ihm auch noch eine Liste mit Aufgaben mit, welche seine Gefolgsleute zuhause ausführen sollten.  Seine Feinde bekamen, das mit und fingen den Boten in einer Gaststätte ab. Sie machten ihn betrunken und tauschten Nachts die Briefe aus.  In ihren Brief schrieben sie hinein, dass man die König mit ihren Kindern in den Wald bringen und töten sollte.  Die Diener Offas waren geschockt über diese Aufgabe und konnten gar nicht glauben, dass ihr Herr solch eine Tat verlange, aber sie wollten sich nicht widersetzen, also brachten sie die Frau mit ihren Kindern in den Wald. Doch sie konnten sie nicht töten und schenkten ihr das Leben. Die Kinder aber wurden zerstückelt und um sie herum verstreut.

Als sie da nun heulend saß, tauchte wieder dieser alte Mann auf und er sammelte die Stücker der Kinder zusammen. Er legte sie zusammen und murmelte eine geheime Zauberformel. Plötzlich waren die Kinder wieder lebendig. Er führte die Familie zu seiner Höhle und kümmerte sich da eine lange Zeit um sie. Er hatte immer genug Essen für sie und unterhielt sie mit spannenden Sagen.

Dann kehrte Offa endlich aus dem Krieg heim und als er hörte was mit seiner Familie geschehen war, heulte er laut los. Tagelange lag er nur in seinem Bett und verlor den Lebensmut. Da konnten ihn seine Gefährden endlich zu einer Jagd überreden und sie zogen in den Wald. Er verlor seine Gefährden aus den Augen und kam wieder zu dieser Höhle. Nun saß er davor und heulte. da erschien ihm der alte Mann und fragte was mit ihm los wäre. Er erzählte ihm heulend die tragische Geschichte und als seien Frau alles aus der Höhle mit anhörte und merkte, dass er sie nie töten wollte kam sie ihm mit seinen Kindern entgegen. Nun waren sie wieder vereint und lebten noch viele glückliche Jahre zusammen. Die Höhle und den Einsiedler fanden sie aber nicht mehr….

 

Die Irminsul und andere Heiligtümer der Sachsen

Einleitung:

Dieser Artikel beschäftigt sich mit einem Thema, welches nur schwer nachzuweisen ist und zwar mit den Heiligtümern der Sachsen. Vieles wurde entweder um Touristen zu locken, oder als Propaganda in der NS Zeit, fälschlicherweise als Heiligtum bezeichnet und dieser Glaube hat sich dann leider sehr verbreitet.

DIESER ARTIKEL BEZIEHT SICH AUF DAS ALTE SACHSEN UND ALLE ORTE BEFINDEN SICH IN DIESEM GEBIET! ES GEHT HIER NICHT UM DAS BUNDESLAND SACHSEN

Wer dazu mehr wissen will, kann hier schauen Die Stämme Germaniens: Die Sachsen

Der Sachsenhain ist KEIN Heiligtum. Er ist wohl eher das Gegenteil…

Einer der bekanntesten Hainen ist der Sachsenhain. Nur der hat nachweislich nichts mit den Sachsen, nichts mit den Sachsenkriegen und auch nichts mit irgendeiner Gottheit, oder Thingstätte zutun.

Er war einfach nur ein Propagandaplatz den die Waffen SS im 3 Reich errichten lies. Damit wollte man den Kampf der Sachsen gegen die fränkische Truppen für Propagandazwecke ausschlachten. Nun werden einige sicher denken ist doch egal wer es gebaut hat und ist doch toll das es dafür ein Denkmal gibt, aber wenn man weiß wie er gebaut wurde, sollte jeder Mensch und besonders jeder Alt-Sachse diesen Bau verabscheuen. Himmler wollte den Bau natürlich so groß und mächtig wie möglich haben, also forderte er von den umliegenden Bauern dafür zwischen 1934 und 1936  4.500 Findlinge zusammentragen und entlang eines zwei Kilometer langen und 6 Meter breiten Rundwegs aufzustellen.

Darunter befanden sich auch Rinnen- und Opfersteine, was den Schluss nahelegt, dass durch die Maßnahme eine größere Anzahl Megalithgräber im Umland unwiederbringlich zerstört wurde. Für die Wissenschaft ist das ein großer Verlust und für die Ahnen eine Grabschändung.

Ein bedeutenderes Denkmal wäre es also gewesen diese Megalithgräber in Frieden zu lassen. statt dieses übertrieben große Ding an eine Stelle zu setzen wo überhaupt keinen geschichtlichen Hintergrund besitzt.

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Für die Externsteine gibt es KEINE Belege

Auch die Externsteine werden gerne als Heiligtum bezeichnet und manche gehen sogar so weit und meinen, dass hier die Irminsul gestanden hätte. Was aber definitiv nicht der Fall sein kann.  Die Irminsul wurde gleich am Anfang der Sachsenkriege zerstört und soweit drang Karl da sicher nicht ins Sachsenland ein. Nach der Eresburg zog er in Richtung Weser und dort muss sie unterwegs gestanden haben. (Dazu später mehr)

Die Externsteine sind beeindruckend und definitiv ein Besuch wert und eines der schönsten Wunder der Natur. Diese Seinformationen sind gerade zu magisch.  es gibt aber KEINE Quellen darüber, dass hier ein Heiligtum war und deswegen sollte man diese unbelegte Theorie nicht als Fakt verkaufen. Besuchen sollte man die Externsteine aber aufjedenfall mal.

Kurz gesagt: Die Irminsul ist zu 100 % ausgeschlossen, dass sie ein Heiligtum waren kann sein, aber es ist NICHT belegbar.

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So nun kommen wir zu den Stellen wo sich tatsächlich Heiligtümer befunden haben könnten. Ich schreibe bewusst könnten da es nun mal nicht zu allen Belege gibt.

Die Roßtrappe bei Thale

Hier könnte durchaus eine Heiligestätte gewesen sein. Jedenfalls ist dieser 403 Meter hoher Granitfels ein beeindruckende Naturformation. Dazu hat er ein große Stelle die wie ein Hufabdruck aussieht auf sich. Dieser gab dem Felsen seinen Namen.Dazu gibt es eine Sage:

In dieser Sage wurde die Königstochter Brunhilde vom wilden Riesen Bodo verfolgt, der sie entgegen ihren Willen heiraten wollte. Auf ihrer Flucht auf einem weißen Roß tat sich jedoch vor ihr plötzlich ein tiefer Abgrund auf. Mit einem mutigen Sprung setzte sie zum jenseitigen Felsen über wobei sich beim Aufprall der Huf ihres Pferdes tief in den Stein einprägte und noch heute zu sehen ist. Bodo jedoch stürzte mit seinem Pferd in den Fluss und bewacht seitdem, als schwarzer Hund verwandelt, die Krone der Königstochter, welche sie bei ihrem Sprung verlor.

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Die wahre Entstehung und Bedeutung dieser steinernen Vertiefung gibt aber bis heute Rätsel auf. Zur Talseite hin ist der Rand weniger deutlich, vielleicht abgetreten. Am Rand der Vertiefung befinden sich drei 9 – 12 Zentimeter tiefe Löcher, das Ganze sieht in der Tat wie ein Hufmal aus. Ohne jeden Zweifel sind die drei Löcher im „Hufmal“ von Menschenhand – zu einem unbekannten Zeitpunkt – geschaffen worden. Ob die große birnenförmige Vertiefung ebenfalls künstlich ausgehöhlt worden ist, diese Frage kann nicht mit Sicherheit bejaht werden. Granit neigt gelegentlich, wie Sandstein ohnehin, zu Erosionserscheinungen dieser Art. Im Elbsandsteingebirge, im Riesengebirge, in der Oberpfalz kommen solche Mulden auch gehäuft vor.

Wer genaueres dazu erfahren will kann das hier tun: Die Roßtrappe – aus archäologischer Sicht

 

Weiter könnte sich auch ein Heiligtum auf dem heutigen Gebiet der Stadt Freckenburg befunden haben. Wo das aber genau stand ist fraglich. Jedenfalls soll es für den Gott Fricko gewesen sein. Dieser ist vermutlich identisch mit Freyr.

Ein weiteres Heiligtum befand sich wohl in der Nähe von Gifhorn:

Der Bickelstein

Bei ihm handelte es sich wohl um ein Heiligtum zu Ehren Wotans. Darauf deuten  sieben hufeisen- und sieben kreuzartigen Symbole, die auf der Oberfläche des Steins eingehauen sind hin. Die ein Zentimeter tiefen und etwa zehn Zentimeter großen Markierungen sind ungleichmäßig auf dem Stein verteilt. Die Herkunft und das Alter der Markierungen sind unbekannt. Es ist unklar, ob es sich bei den Kreuzen um germanische Heilszeichen oder um Sühnekreuze handelt, die nach der Christianisierung der Germanen nachträglich hinzugefügt wurden.

Hierzu 3 Enstehungssagen von Wikipedia

  • Dem Volksglauben nach warfen die Hünen einst den Stein nach dort, der vom Klieversberg in Wolfsburg stammt. Im Wolfsburger Stadtteil Hohenstein finden sich ähnlich große Gesteinsbrocken, bei denen es sich jedoch um anstehendes Gestein und nicht um Findlinge handelt.
  • Der Sachse Bickel schloss an dieser Stelle eine Schar feindlicher Franken ein. Er bot dem Führer seiner Gegner die Freiheit an, wenn er um den Stein reiten würde und das Pferd ein Hufeisen gegen den Stein schleudern würde, was dann geschah.
  • Im Dreißigjährigen Krieg kam um 1630 ein von den Kaiserlichen verfolgtes schwedisches Heer unter König Gustav Adolf II. in die Bickelsteiner Heide. Umzingelt von Feinden habe der König gerufen So wenig, als mein Pferd in diesen Stein treten und ich mein Schwert hineinhauen kann, so wenig werden wir noch siegen. Darauf zeigten sich die Wunderzeichen im Stein und die Schlacht wurde gewonnen.

 

 

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Der Burgberg bei Bad Harzburg

Hier stand höchstwahrscheinlich ein Heiligtum für den Gott der Fruchtbarkeit Krodo.

Hier erfährst du mehr zu ihm Die Götter der Sachsen

Das Heiligtum wurde während den Sachsenkriegen zerstört. Generell kam es häufige zur Zerstörung von Heiligen Hainen. Die christlichen Franken wollten so ihre Macht über die heidnischen Götter beweisen. Hier wurde nun aber wieder einer Statur Krodos aufgestellt und es ist eine schöne Wanderung hinauf zu seinem Denkmal.

 

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Kommen wir nun zum bekanntesten Heiligtum der Sachsen und zwar der Irminsul.

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Die Irminsul war ein bedeutendes Heiligtum der Sachsen und sie wurde im Sachsenkrieg zerstört. Schon am Anfang des Krieges 772 n.Chr lies Karl der Große sie niederbrennen und trug durch diese Provaktion wohl mit dazu bei, dass die säschischen Bauern noch besserer kämpften.  Durch ihre Zerstörung ist sie in Quellen uns bis heute erhalten geblieben.

Der Mönch Rudolf von Fulda schrieb dazu 863 in De miraculis sancti Alexandri:

„Truncum quoque ligni non parvae magnitudinis in altum erectum sub divo colebant, patria eum lingua Irminsul appellantes, quod Latine dicitur universalis columna, quasi sustinens omnia.“

„Sie verehrten auch unter freiem Himmel einen senkrecht aufgerichteten Baumstamm von nicht geringer Größe, den sie in ihrer Muttersprache ,Irminsul‘ nannten, was auf Lateinisch ,columna universalis‘ (dtsch. All-Säule) bedeutet, welche gewissermaßen das All trägt.“

Auch die  Fränkische Reichsannalen geben über sie auskunft:„Er eroberte die Eresburg und gelangte an den Ort, der Irmensul heißt, und setzte diese Orte in Brand.“

Dieser kleine Satz erzählt uns also nicht nur von der Zerstörung der Irmensul, sondern auch das es Karl und seine Truppen waren und was noch wichtiger ist, der Satz verrät uns den ungefähren Standort. . Zu den Sachsenkriegen und Widukind erfährst du hier mehr.

Widukind Herzog der Sachsen.| Die Sachsenkriege

Das Aussehen der Irminsul ist nicht genau bekannt, dass uns heute bekannte Symbol für die Irminsul stammt von den Nationalsozialisten. Oder besser gesagt sie machten es bekannt. Entdeckt hat es der Laienforscher Wilhelm Teudt.  Dieser entdeckte das Symbol  auf einem in die Felsen gehauene Relief . Das zeigt neben der biblischen Szene, bei der Jesus vom Kreuz herunter genommen wird, auch ein eigenartig stuhl-förmiges Symbol – es ähnelt stark Palmen-Darstellungen aus dem östlichen Mittelmeer-Raum. Er deutete dieses Sybmol als Irminsul. Dazu gibt es wie bei den Externsteinen aber keinen einzigen Experten der ihm zustimmt und dieser Standort würde den Reichsannalen komplett widersprechen und wäre auch äußerst untypisch für die Germanen gewesen.

Hier ein kleiner ausführlicher Text aus einem Pdf Vortrag über der Seite Firne-sitte.net

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Übrigens ein interessanter ausfürhlicher Vortrag auf den ich hier gerne verweise

http://www.firne-sitte.net/Irminsul_Vortrag.pdf

 

Ihr Aussehn war höchstwahrscheinlich einfach so wie es von Rudolf beschrieben wurde.  Ein senkrecht aufgerichteter Baumstamm. ob er irgendwelche besonderen Symbole oder Runen auf sich hatte ist nicht bekannt. Dabei soll es sich um die Fortführung eines alten Pfahkultes handeln, so jedenfalls spekuliert die Facebookseite Finre Sitte. Diese kann man als die wissenschaftlich korrekteste heidnische Facebookseite ansehen und wer sie nicht nur nationalromantisch oder Esoterisch weiterbilden will, kann da ja hin und wieder vorbei schauen.

Der Säulen- oder Pfahlkult war möglicherweise ein Relikt aus grauer Vorzeit; womöglich noch aus der Steinzeit und der Ära des Schamanismus. Er war nämlich bei so ziemlich allen indogermanischen Völkern zwischen dem Himalaya und dem Atlantik verbreitet.
Im Zentrum steht eine besondere große Säule, ein Pfahl oder Baum um die/den sich der ganze Kult dreht. Die heute gebräuchlichste Interpretation davon ist dass es sich dabei um ein kleines Abbild der ‚Axis Mundi‘ handelt – so bezeichnet man heute die Achse, die in den Weltbildern vieler alter Völker den Kosmos von unten nach oben durchschneidet; ihn damit von innen aufrecht erhält und Ober-, Unter- und himmlische Welt miteinander verbindet – lokalisiert wird sie gerne so dass sie zum Himmelspol (dem Nordstern) ragt, um den sich ja der gesamte Nachthimmel dreht. Andere Interpretationen, wie dass die Kult-Säule ein vereinfachtes Abbild einer großen Gottheit ist oder einen Sonnenstrahl symbolisiert, sind weniger geläufig aber auch nicht widerlegbar.

Facebook: Firne Sitte

 

Doch welcher Gott wurde mit ihr verehrt?

Sebastian Münster schrieb  gegen 1550 in seiner „Cosmographia“:

„Dann zu Merspurg auff dem Berg Eresberg hetten die Sachsen ein auffgerichte Abgöttische Seul / die man Irmenseul nannt / da Hermes ward geehrt: das ist / Mercurius/ oder wie die andern sagen Mars / und ward die Statt auch darvon Martinopolis un Merspurg genennt. Etliche sprechen Irmenseul sey darumb also genennet worden/ daß es gleich als jedermans Seul und eine gemeine Zuflucht sey gewesen.“

Der römische Merkur soll mit Wotan identisch sein und der römische Mars mit Tyr. Somit kommen beide in Betracht. Erst recht da Tyr ja tatsächlich einmal eine größere und wichtigere Rolle bei den Germanen hatte wie Wotan.  es kann sich aber auch um einen Gott Irmin gehandelt haben.  Diese Vermutung stammt aus dem Mittelalter die sich den Namen aus der Bezeichnung des Stammes ableiteten. „Säule des Irmin“

Der Standort:

ist NICHT belegt…

Es gibt aber die verschiedensten Theorien…

. Hans Reinerth verbreitete in den 1930er Jahren die von Hermann Diekmann begründete These vom Standort auf dem Tönsberg bei Oerlinghausen. Auch das Dorf Irmenseul, der Desenberg bei Warburg, die Iburg bei Bad Driburg, die Gertrudenkammer (Drudenhöhle) in den Teutoniaklippen bei der Karlsschanze im Eggegebirge zwischen Willebadessen und Borlinghausen, und die Velmerstot am Nordende des Eggegebirges sollen Standorte der Irminsul gewesen sein.

Am wahrscheinlichsten ist aber der Marsberg im Sauerland. Er passt perfekt zu der Ortsangabe in den Chroniken. Hier stand die von Karl eroberte Eresburg und in ihrer Nähe soll sie gestanden haben durch Zufall errichtete Karl gleich nach der Eroberung hier ein Kloster und christliche Gebäuden wurden gerne auf alten Heiligtümer errichtet.

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Die Götter der Sachsen

Einleitung:

Die  „Edda-Götter“ sind den meisten ein Begriff, doch jeder Stamm hatte auch noch eigene Gottheiten, oder zumindest andere namen für Edda-Gottheiten. So hatten natürlich auch die Sachsen ihre Götter. leider sind dazu nicht viele Quellen bekannt und man muss schon sehr tief graben. Ich habe mir für diesen Artikel die Auskunft eines Fachkundigen geholt.

Woden

Natürlich verehrten sie wie alle Stämme Wodan. Doch die Sachsen nannten ihn vermutlich Woden.  Er ist aber auch jeden Sachsen unter dem Namen Hathagat bekannt. Unter diesem Namen kämpfte er Seit an Seit mit den Sachsen gegen die Thüringer. Eine der schönsten Sagen die uns Heute noch bekannt ist. Wotan kämpft Seit an Seit mit den Sachsen

Das Wotan auch bei den Sachsen der Hauptgott, oder einer der drei Hauptgötter war, erkennt man im sächsischen Taufgelöbnis. Dieses musste jeder Sachse bei seiner Taufe sprechen und Woden, wird neben Thunaer  und Saxnôte erwähnt.

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Aber auch in der  Gestae Saxonicae des Mönches Widukind v. Corvey oder im jüngeren Brauchtum als der wilde Jäger, Heljäger, Schimmelreiter oder Hackelberg ist seine Existenz belegt.

Thunar

Thunar ist wie man in seinem Namen erkennt kein geringerer als Thor. Er muss äußerst wichtig und beliebt gewesen sein,was man dran sieht, dass die Sachsen ihn bei ihrer Taufe Namentlich aufzählen musste.

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Der dritte Hauptgott ist Saxnot.

Auch seine Existenz ist im Taufgelöbnis festgehalten. Für welchen Edda-Gott er steht ist nicht ganz klar. Aufgrund seiner Persönlichkeit wird es aber Tyr sein. Wobei durchaus auch Freyr in Betracht kommt. Seine Existenz ist neben dem Taufgelöbnis auch durch die angelsächsischen Königs-Genealogien belegt. Saxnot gilt als „Schwertgott“ und Gott des Krieges, und sein Name bedeutet „Schwertgenosse“. Er ist aber nicht nur Kriegsgott, sondern auch Gott des Things. Somit hat er Tyrs Eigenschaften und man kann ihn als die sächsiche Version von ihm ansehen. Die angelsächsischen Genealogien der Könige vom Essex (Stammtafel der Westsachsen) weisen auf einen Helden oder Gott namens Saxneat bzw. Seaxnēat als Wodans Sohn, hin. Ursprünglich platzierte diese Stammtafel Seaxnēat an seiner Spitze. Später wurde sie geändert und zeigten nun Seaxnēat als Sohn Wodans und sieben Generationen später den ersten König von Essex: Woden, Seaxnēat, Gesecg, Andsecg, Swaeppa, Sigefugel, Bedca, Offa, Aescwine (ca. 527-587).

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Dafür das Saxnot wohl eher Tyr statt Freyr ist, spricht auch auch die Tatsache das es ein anderen Gott gab der Freyr mehr ähnelt. es handelt sich um:

Fricko

Hinweise auf seine Existenz findet man im westfälischen Ortsnamen Freckenhorst (wo evtl. ein heiliger Hain Frickos stand). Ein weiterer belegt findet man  in der Gesta Hammaburgensis ecclesiae pontificum, wo der sächsische Kirchenmann Adam v. Bremen Freyr mit Fricko bezeichnet. Sollte er mit Freyr identisch sein handelt es sich um einen Fruchtbarkeitsgott.

Freyr

 Hengest und Horsa

Sie werden oft fälschlicherweise als Helden bezeichnet. Doch aller Wahrscheinlichkeit nach handelte es sich bei ihnen um Schutzgötter. Sie findet man in angelsächsischen Geschichts-Chroniken. Bei ihnen könnte es sich durchaus sogar um Brüder gehandelt haben. Es gibt Spekulationen, dass sie auf dem Wappen der Stadt Bünde festgehalten sind.

Wikpedia schreibt dazu:

Da auch der „Wittekindkreis“ Herford heraldisch die sächsischen Ahnen der Region betont, fügte sich die Wahl Hengist und Horsas als Wappenfiguren Bündes gut in die heraldische Tradition der Region

Wappen Bünde Wiki

 

Wuldor

Bei Wuldor handelt es sich höchstwahrscheinlich um Ullr. Ullr soll in manchen Gegenden als Hauptgott verehrt worden sein. Er gilt als Gott des Winters und in manchen Sagas heißt es, dass er sogar für kurze Zeit mal die Aufgaben Wodans übernahm. Er ist außerdem Gott der Jagd, des Zweikampfes, und der Eide. Seine Existenz findet man etwa als Begriff in der altenglischen Sprache oder auf einem Fund aus dem Thorsberger Moor;

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Dann gibt es noch Gottheiten, welche man nicht so genau zuordnen kann.

Frau Gode:

Sie wird im jüngeren Brauchtum als die Frau des wilden Jägers bezeichnet. Das deutet durchaus auf Frigga hin. Doch auch Freya ist denkbar.

Krodo:

Bei ihm handelt es sich eventuell um Njörd. Er ist ein Fruchtbarkeitsgott.  Er ist in den „Chroniken der Sachsen“ des mittelalterlichen Gelehrten Konrad Bothe überliefert. Er ist ein Fruchtbarkeitsgott. Er steht für den Ackerbau und generell für die Landwirtschaft und Wachstum. Ein großes Heiligtum des Krodo soll sich in Ost-Niedersachsen befunden haben: Auf dem Gipfel des Burgberges, der am Rand des Harzes nahe der Stadt Bad Harzburg steht.   Ihm zu Ehren hat man da wieder eine Statur errichtet und diese ist ein tolles Ausflugsziel.

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Die Götter Retro, Biel und Stuffo, sollen ebenfalls mit ihm identisch sein. Sie sind alle drei in den  Lebensbeschreibung des Bonifaz belegt.

Iring

Er soll Heimdall ähnlen und kommt im Iringlied vor.

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Fosite

Er ist hauptsächlich als Gott der Friesen bekannt und hatte sein Heiligtum auf Helgoland. Dieses soll auch mal Fositeland genannt worden sein. Ihn werde ich noch genauer bei den Friesen durch nehmen. Er war Gott des Rechts und eventuell ein Sohn Baldurs.

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Widukind Herzog der Sachsen

Einleitung:

Widkund ist einer der bekanntesten germanischen Fürsten, dessen Existenz wirklich belegt werden kann und noch heute ist er als Freiheitskämpfer bekannt und viele Mythen berichten von ihm. Auch in der Walhalla in Regensburg befindet sich eine Gedenktafel für ihn. Dieser Artikel berichtet über sein Leben…

K640_53346852  <— Dieses Denkmal befindet sich in in Herford.

Widukind hat überall seine Spuren in der Geschichte hinterlassen und schon Heinrich Heine berichtete bewundern von ihm:

Nicht alles ist tot in Westfalen, was begraben ist.“
„Wie man behauptet, gibt es greise Menschen in Westfalen, die noch immer wissen, wo die alten Götterbilder verborgen liegen; auf ihrem Sterbebette sagen sie es dem jüngsten Enkel, und der trägt dann das teure Geheimnis in dem verschwiegenen Sachsenherz. In Westfalen, dem ehemaligen Sachsen, ist nicht alles tot, was begraben ist. Wenn man dort durch die alten Eichenhaine wandelt, hört man noch die Stimmen der Vorzeit, da hört man noch den Nachhall jener tiefsinnigen Zaubersprüche, worin mehr Lebensfülle quillt, als in der ganzen Literatur der Mark Brandenburg. Eine geheimnisvolle Ehrfurcht durchschauerte meine Seele, als ich einst, diese Waldungen durchwandernd, bei der uralten Siegburg vorbey kam. ‚Hier‘, sagte mein Wegweiser, ‚hier wohnte einst König Wittekind‘, und er seufzte tief Er war ein schlichter Holzhauer, und er trug ein großes Beil.

Ich bin überzeugt, dieser Mann, wenn es drauf ankömmt, schlägt sich noch heute für König Wittekind; und wehe! dem Schädel worauf sein Beil fällt.

Das war ein schwarzer Tag für Sachsenland als Wittekind, sein tapferer Herzog, von Kaiser Karl geschlagen wurde, bey Engter „Als er flüchtend gen Ellerbruch zog, und nun alles, mit Weib und Kind, an den Furth kam und sich drängte, mochte eine alte Frau nicht weiter gehen. Weil sie aber dem Feinde nicht lebendig in die Hände fallen sollte, so wurde sie von den Sachsen lebendig in einen Sandhügel bei Bellmanns-Kamp begraben; dabei sprachen sie: krup under, krup under, de Weit is di gram, du kannst dem Gerappel eich mer folgen.‘

Man sagt, dass die alte Frau noch lebt. Nicht alles ist tot in Westfalen, was begraben ist.“

(Heinrich Heine: Elementargeister 1837)

Sehenswert ist auch die Wittekindsburg:

Die Wittekindsburg ist eine Fliehburg im östlichen Wiehengebirge in Nordrhein-Westfalen. Die lang gestreckte Höhenburg liegt im Übergangsbereich zwischen dem Häverstädter Berg und dem Wittekindsberg. Diese Burg diente vermutlich Widukind als Schutzburg in den Kriegen gegen die Franken. Auf dem Gelände befindet sich auch das Restaurant Wittenkindsburg, welches nicht nur einen sehenswerten Baustil hat, sondern auch über eine tolle Küche verfügt.

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Das Leben Widukinds:

Über die frühen Jahre Widukinds so wie seinem Geburtsjahr und Geburtsort ist nichts erwähnt. Man weiß nur, dass er aus einer bedeutenden Sippe stammte.Als sein Geburtsort wird öfters Westfalen genannt. Manche spekulieren, dass er der Sippe der Wigaldinger angehörte, die ihren Sitz in Wildeshausen  nicht weit von Oldenburg hatte, einem Ort an der Ostgrenze des Lerigaus, in direkter Nachbarschaft zu den Engern.

In Engern befindet sich für ihn auch ein Gedenkbrunnen

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Seine Sippe:

In dem Werk „Von den Wundern des heiligen Alexanders“  wird Geva als seine Frau genannt und sie soll die Schwester seines treuesten Gefährden Abbi aus dem Geschlecht der Immidlinger gewesen sein. In diesem mit der Germania vergleichbaren Werk wird auch berichtet, dass er einen Sohn Namens Wikbert hatte. Dieser hatte einen Sohn Waltbert, der wiederum einen Sohn, der Bischof von Verden wurde.Außerdem wird berichtet, dass Mathilde, die zweite Gemahlin König Heinrichs I., väterlicherseits von Widukind abstammte.

Sein Aufstieg zum „Freiheitskämpfer“

Erstmals in der Geschichte erwähnt wird er 777  in den Fränkischen Reichsannalen. Man geht aber davon aus, dass er von Anfang an, bei den Sachsenkriegen mitwirkte.

Diese hatten ihren Anfang mit dem Angriff und der Zerstörung der Eresburg. In ihrer nähe soll auch die sagenumwobene Irminsul gestanden haben. Dafür gibt es keinen eindeutigen Beweis, aber in den Fränkische Reichsannalen wird berichtet „Er eroberte die Eresburg und gelangte an den Ort, der Ermensul heißt, und setzte diese Orte in Brand.“

Überreste der Burg sind immer noch sichtbar und ein Ausflug lohnt:

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Das war für die Sachsen ein Schlag ins Gesicht. Ihre heiligste Stätte wurde zerstört und die Schätze die man den Göttern an ihr niederlegte gestohlen. Auch die Sigiburg wurde von den Franken überrannt. Die beiden Burgen waren beides wichtige sächsiche Stützpunkte und ihr Verlust schmerze sehr.

Die Sigiburg ist übrigens ein tolles Ausflugsziel. Sie befindet sich auf dem Syberg oberhalb des Zusammenflusses von Ruhr und Lenne in den künstlich angelegten Hengsteysee im südlichen Dortmunder Stadtteil Syburg.

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Die Sachsen leistet zwar Widerstand doch nach und nach gab der Adel nach und unterwarf sich Karl dem Großen. Aber die Bauern angeführt von Widukind kämpften tapfer weiter. Mutig stellten sie sich den besser ausgerüstet Truppen des großen Frankenkönigs entgegen und kämpften bis zum letzten Atemzug für ihre Heimat und ihre Götter. Man nahm ihnen ihre heiligste Stätte und sie sahen Brüder und Väter fallen, aber man kann sich richtig vorstellen wie sie sich im Geheimen in den Wäldern trafen, in zornigen Gesprächen für neue Schlachten motivierten. Wie von Met berauschte Kämpfer mit Bärten sich in Rage redeten. Und wie sie dabei ihre Sitten und den Glauben ihrer Ahnen beschworen. Zwar sandten die Sachsen Späher zu den fränkischen Posten aus, so wie ihr Gott Odin seine beiden Raben Hugin und Munin auf Rundflug über die Welt schickte, aber man verlor immer wieder an Boden, aber Widukind kämpfte tapfer weiter an der Spitze seiner Gefährden.

Es tobten blutige Schlachten

Auf beiden Seiten ließen viele tapfere Männer ihr Leben und das Blut tränkte die Erde. Schlechter ausgerüste aber tapfere Sachsen stürmten mit der  Guerillataktik auf die besser ausgerüstete fränkischen Reiter.

Den Sachsen gelang sogar kurz, die bereits von den Franken eroberte Eresburg zu stürmen, die Sigisburg aber blieb fortan in fränkischer Hand.

Da es im Sachsenland keine größeren Städte gab, waren Burgen militärisch besonders wichtig. Im Feldzug 775/776 nahmen die Franken abermals die Eresburg ein und brachen auch den sächsischen Widerstand an der Brunisburg bei Höxter in Westfalen. Von den erhöhten, befestigten Orten aus kontrollierten sie nun die Verkehrswege.

Karl der Große feiert verfrüht seinen Sieg

Damit schien der Krieg schon entschieden und der Adel lies sich taufen und unterwarf sich den Franken. 777 fand dann die erste fränkische Reichsversammlung auf sächsischem Boden statt.

Diese Veranstaltung fand bei der Karlsburg in dem von ihm gegründeten Paderborn statt. Ein prächtiger Bau mit dem Karl seine Macht in der Region bestätigen wollte. Diese Karlsburg war eine der mächtigsten und größten Königspfalzen. Diese trug den Namen „Paderbrunnon“.

Was ist eine Pfalz?

Die Herrscher des mittelalterlichen Reiches, das noch keine feste Hauptstadt kannte, residierten in Pfalzen. Wichtigstes Gebäude derselben war eine innen wie außen reich geschmückte Königshalle. Von dem in Paderborn ausgegrabenen karolinigischen Saalbau wurden Reste einer Ausmalung mit einer Inschrift gefunden, die vermutlich Karl als den Sieger über den Drachen, das Heidentum, feierte.

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Wie überzeugt er war, dort Herr der Lage zu sein, zeigte er, indem er zu der Veranstaltung sogar Gesandte aus Spanien bat.

Die anwesenden sächsischen Fürsten unterzeichneten in Paderborn Verträge, in denen sie dem Frankenkönig und seinen Söhnen Treue gelobten. In Gönnerlaune bewirtete der Monarch seine Gäste mit vier Gängen auf goldenen Tellern, wie in Chroniken überliefert ist. Nur Widukind war nicht anwesend und schmiedete mit seinen Getreuen weitere Angriffspläne.

 Die Sachsen schlagen zurück

Doch Karl hatte sich zu früh gefreut. Widukind wartete auf den geeigneten Moment zum Angriff und der war ein Jahr später als Karl der Große zu einem Feldzug in Spanien verweilte. Widukind zerstörte mit seinen Männer in die Karlsburg und überwältigte eine stationierte Streitmacht. Er drang mit seinen mutig kämpfenden Männern weit ins fränkische Reich vor. Diese Truppe aus Bauern kämpfte tapfer und wild, sie wussten es ging um ihren Glauben und ihre Freiheit, keiner wollte sich dem König oder der Kirche unterwerfen. Sie wollten weiterhin ihre Things  abhalten, über ihr Land frei bestimmen und keine Abgaben zahlen. Widukind drang mit seinen Leuten bis bis nach Köln und zur Mündung der Mosel vor.  Seine Truppe schlug nicht nur fränkische Missionare und ihre Schutztruppen nieder, sondern auch den ihn ihren Augen verräterischen Adel. Die Rebellen töteten jene sächsische Adlige, die sich von den Franken zu Grafen hatten ernennen lassen. Das war der Auftakt zu einem Jahren langen Aufstand.

Die Sachsen schlachten eine ganze Heeresabteilung ab

Die Schlacht der Rebellen und Karls schwankte hin und her. Ihren größten Sieg erreichten sie 782 bei der Schlacht am Süntel, einer 440 Meter hohen Erhebung im Weserbergland. Dort vernichtete die sächsische Volksarmee eine ganze Heeresabteilung der Franken. Deren Marschall Geilo und weitere Anführer kamen ums Leben. Die Sachsen lockten Karls Reiter in Gräben und Fallgruben. Sie dezimierten die Gegner im Nahkampf. „Beinahe alle Franken blieben auf dem Kampffeld“, resümiert der französische Karl-Biograf Jacques Delperrié de Bayac.

Dazu gibt es eine schaurige Sage:

. Auf dem Hohenstein wurde sogar Blut vergossen: 782 n. Chr. lieferten sich Karl der Große und Herzog Widukind eine erbitterte Schlacht um das Heiligtum, in dessen Folge sich das Wasser des Baches rot vom Blut der Krieger färbte. Fort an trägt der Bach den Namen Blutbach und das Tal zu Füßen des Hohensteins den Namen Blutbachtal.  Schließlich sprachen die ersten Missionare einen Bannfluch aus. Von nun an bekam einer der Felsen der Gruppe den Namen „Teufelskanzel“ – auf das sich niemand mehr dorthin wage.

Heute ist die Teufelskanzel ein tolles Wandergebiet. Von hier hat man eine tolle Aussicht und sie ist definitiv ein Besuch wert. Auch eine schöne Höhle gibt es.Es soll sich angeblich um eine heilige Stätte gehandelt haben.

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Hier erfährst du mehr zu diesen tollen Wanderwegen. In der so viel Blut floß. Teufelskanzel

 

Karl der Große wird zum Sachsenschlächter

Das konnte Karl der Große nicht auf sich sitzen lassen und es kam zu einem schrecklichen Blutbad. Ein Blutbad das Karl der Große zum Sachsenschlächter machte und noch heute Historiker zu wahren Streitgesprächen bringt. Die eine Seite die man als „Karls Fans“ und die anderen als knallharte „Karls Gegner“ bezeichnen kann streiten über die Zahl der Opfer.  Dieses Abschlachten bezeichnet man als Blutgericht von Verden.

Blutgericht

Karl wollte endlich der Rebellion den Gar ausmachen und versammelte die sächsischen Adligen. Sie verrieten Widukind als der Anführer, dieser wurde aber gewarnt und konnte sich zu den Dänen absetzten. Die Reichsannalen berichten: Da Widukind nicht greifbar war, hätten die sächsischen Großen diejenigen Sachsen, die an der Erhebung beteiligt waren, an Karl den Großen ausgeliefert. Es habe sich um 4.500 Personen gehandelt. Sie alle seien auf Befehl des Königs an einem Tage enthauptet worden:

„usque ad quattuor milia D traditi et super Alaram fluvium in loco, qui Ferdun vocatur, iussu regis omnes una die decollati sunt.[1]

Zudem hätten die Sachsen die Rädelsführer „zur Hinrichtung ausgeliefert, 4.500; was auch so geschehen ist“ („ad occidendum, quatuor milia quingentas; quod ita et factum est

Über diese Anzahl wird aber heftig gestritten und die Zahlenangaben schwanken sehr stark.

Hier gehen Historiker von verschiedenen Auslegungen der Reichsannalen aus.

Hierzu ein Auszug aus Wikipedia

Auch heute halten einige Fachhistoriker an einer Karl den Großen entlastenden Lesart der Berichte über das „Blutgericht von Verden“ fest: So nimmt Dieter Hägermann an, dass nur eine Gruppe von wenigen Dutzend von Karl dem Großen hingerichtet worden sei. Wilhelm Kohl, ehemaliger Leiter des Staatsarchivs Münster, nimmt eine Mittelposition ein, indem er 400–500 Enthauptete vermutet. Dagegen verteidigt Ernst Schubert im Lexikon des Mittelalters die Berichte der Quellen gegen „abmildernde Spekulationen“.

Diese Geschichte wurde auch des öfteren für Propaganda mißbraucht und für verschiedenen Zwecke benutzt. Ganz gleich wie viele Tode es waren, das sie für politische Zwecke benutzt wurden ist ihnen unwürdig. Hier muss man den Sachsenhain nennen. Der nichts mit den Sachsen, oder dieser Bluttat zu tun hat. Im Gegenteil durch seinen Bau wurden viele  umliegenden Megalithgräber zerstört.

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Widukinds Rückkehr

Nach diesem Blutbad wollte Karl der Große den alten Glauben entgültig aus den Köpfen der Menschen treiben und erließ 882 auf einer zweiten Reichsversammlung auf sächsischem Boden die Capitulatio de partibus Saxoniae. Äußerst brutale Gesetzte die fast jede heidnische Handlung mit dem Tod bestraften. Hier ein ganzer Artikel darüber —> Sachsen: Das Gesetz zur Heidenverfolgung

Diese Gesetze wurden aber selbst von einigen Vertretern der Kirche als herzlos und zu brutal angesehen. selbst einer der besten freunden Karl des Großen kritisierte sie. Abt Alkuin – angelsächsischer Gelehrter, ab 796 Abt des Klosters Saint-Martin de Tours und Vertrauter des Frankenkönigs – mahnte in einem Brief Zurückhaltung an: Gemäß den Lehren der Heiligen Schrift und der Kirchenväter solle man das Wort Gottes mit Predigten und nicht mit dem Schwert verbreiten.

Wie Frauen Barfuß auf fränkische Krieger stürmten

Widukind kehrte darauf hin zurück und die Bauern erhoben sich unter ihm erneut. Es kam zu der Schlacht bei Detmold und der Schlacht bei Hase. In diesem Schlachten sollen sich sächsische Frauen Barfuß auf die Franken gestürzt haben.

Auf Wikipedia findet man dazu:

In Detmold und in der Schlacht an der Hase kam es im Sommer 783 zu Gefechten, bei denen sich sächsische Frauen barbrüstig auf die überrumpelten Franken gestürzt haben sollen. Fastrada, Tochter des Grafen Radulf, die nach dem Tod seiner Gattin Hildegard 783 Karls neue Gemahlin wurde, soll sich der Überlieferung zufolge darauf ebenso barbrüstig in die Schlacht geworfen haben

Die Schlacht an der Hase soll 3 Tage gedauert haben und sie lief nur siegreich für Karl den Großen, weil er im letzten Moment noch Verstärkungen heranziehen konnte. Die Schlacht fand in der nähe des heutigen Osnabrück statt. Ein Teil des sächsischen Heeres wurde aufgerieben, der andere gefangengenommen. Widukind musste vom Schlachtfeld flüchten und zog sich auf seine Wittekindsburg bei Rulle zurück. Angeblich soll diese wenig später von den Franken belagert worden sein. Widukind soll es gelungen sein von dort zu entkommen, jedoch ist die Belagerung vermutlich eine späte Sage und gibt nicht die historischen Begebenheiten wieder.

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Die Burg im Nettetal bei Rulle im Osnabrücker Bergland besaß eine Fläche von ca. 16 Hektar und gilt als größte frühmittelalterliche Befestigungsanlage Niedersachsens. Heute besteht sie nur noch aus einer Reihe von Grundmauern. Sie ist durchaus ein Ausflug wert.

Doch auch dann schlug Widukind wieder zurück. Er wurde nun von den Friesen unterstützt und weiterhin kam es immer wieder zu harten kämpfen.

Spiegel Geschichte schreibt dazu:

Zwar zogen Karls Truppen, bisweilen auch vom König selbst geführt, durch das Sachsenland, um ihre Macht zu demonstrieren. Doch in offener Feldschlacht war Widukind nicht zu besiegen. Der Kampf gegen ihn war mühsam und aufwendig. Die Franken mussten hölzerne Festungen auf Waldlichtungen bauen und mit Lastkähnen über Flüsse setzen, um ihre vorgeschobenen Positionen zu verteidigen und zu versorgen.

Die Wende| Widukinds Taufe

Karl der große erkannte, dass er mit Waffengewalt nicht wirklich weiter kommt, also wollte er es politisch mit seinem Verhandlungsgeschick versuchen. Er sandte sächsische Boten zu Widukind und lud er ein, mit ihm Frieden zu schließen. Widukind zögerte erst, erkannte aber dann wahrscheinlich, dass genug Blut vergoßen wurde und entschied sich zu Karl zu reisen.

Es gibt aber auch eine Sage die ihn zu diesem Schritt verleitet haben soll.

Die Sage von Widukinds wechsel zum Christentum

Diese Sage berichtet, dass

er eines Tages über den Kamm des Wiehengebirges geritten sei und darüber nachgedacht habe, welches wohl der richtige Glaube sei. Er sei nämlich vorher in einer Kirche gewesen und habe dort als Bettler verkleidet an einem Gottesdienst teilgenommen, der ihn sehr beeindruckt habe. Unter diesem Eindruck habe er sich ein Zeichen gewünscht, ob das Christentum die richtige göttliche Lehre sei.

Während des Ritts sei sein Pferd dann an der Stelle stehengeblieben, an der heute die Kirche des Ortsteils Bergkirchen von Bad Oeynhausen liegt. Das bei den heidnischen Sachsen als Verbindung zum Göttlichen angesehene Reittier habe dort einen Stein losgescharrt. Aus dem Boden sei darauf eine Quelle hervorgesprungen, was Widukind als Zeichen dafür genommen habe, sich als Vorbild für sein Volk zum Christentum zu bekehren, sich kriegerisch geschlagen zu geben und sich Karl dem Großen zu unterwerfen. Diese Sage wird in dem Herforder Denkmal aus Stein und Bronze dargestellt. Oberhalb der Quelle habe Widukind daraufhin eine Kirche erbauen lassen.

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So nahm er die Einladung an und ging mit seinem treusten Gefolgsmann Abbio zum Hofe Karls des Großen. 785 ritten zu Karls Königspfalz Attigny am Ufer der Aisne im heutigen Nordfrankreich. In Attigny feierten die bisherigen Feinde gemeinsam Weihnachten – was für ein Symbol! Mit Gespür für diplomatisches Zeremoniell setzte der König seine Gastfreundschaft als Waffe ein.

Widukind und Abbio ließen sich taufen, Karl war Taufpate. Der König schenkte dem zum Glaubensbruder bekehrten Sachsenführer ein goldenes Reliquiar. Beeindruckt haben muss Widukind auch die Klugheit des Monarchen, der Kunst und Wissenschaft förderte. Wo sich nun der Ort der Taufe befand liegt im berreich der Spekulationen. Dann verliert man die Spur Widukinds und er taucht plötzlich nicht mehr in den Geschichtsbüchern auf.

Die Bekehrung des Rebellenführers brachte die Wende im Sachsenkrieg. Von 785 an kehrte zunächst Ruhe ein im Sachsenland. Doch die Saktionen und die Unterdrückung ließen die Sachsen noch ein letztes mal sich erheben. 792 kam es noch einmal zu einem Aufstand, aber ohne Widukind waren die Sachsen Chancenlos.

Der König reagierte wie früher mit Härte. Seine Soldaten verschleppten Tausende von Sachsen, auch Frauen und Kinder, weit ins fränkische Reich, so der Historiker Siegfried Epperlein. Dort ließ der Herrscher sie verstreut ansiedeln. Das entvölkerte Land übergab Karl an Vasallen. Grafen und fränkische Siedler nahmen Haus und Hof der Vertriebenen in Besitz. Im Osten Holsteins siedelte der König Slawen vom Stamm der Abodriten an. Die hatten ihn im Kampf gegen die Aufständischen unterstützt.

Um seinen Sieg zu festigen, zeigte sich Karl erneut von seiner milden Seite. Im Oktober 797 lud er auch sächsische Adlige in seine Pfalz zu Aachen. Er schwächte die Capitulare Saxxonicum etwas ab.

Zum Ende des Artikels noch eine kleine Sage über Widukinds Tod.

Widukinds Halle

Es gibt die Theorie, dass er ähnlich wie Barbarossa im Kyffhäuser auch eine Halle haben soll. Diese  soll sich in einem Berg bei Lübbecke (Westfalen) der zum Wiehengebirge gehört befinden.  Auf diesem befindet sich die Burg Babilonie. Die in den Sachsenkriegen schon bewohnt war. Von ihr sind noch einige Wallreste zu sehen

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Sachsen: Das Gesetz zur Heidenverfolgung

Das Capitulatio de partibus Saxoniae

Nach dem Karl der Große die Sachsen in den äußerst blutigen Sachsenkriege besiegt glaubte, wollte er nun das Heidentum entgültig aus den Köpfen der Menschen vertreiben. Dazu beschloss er höchstwahrscheinlich 782 n. Chr, ein ganzen Gesetzestext und durch diesen sollte die  Zwangschristianisierung  entgültig erfolgreich beendet werden.

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Die Lage damals:

Die Aussage, JEDER Sachse leistete erbittert gegen die Christianisierung  Widerstand kann man als UNWAHR und Populistisch bezeichnen, das Christentum lockte die Menschen mit vielen Versuchungen. So erzählte man ihnen vom christlichen Himmel und welche Folter jeder nach seinem Tod zu leiden hätte. Durch gezielte „Stärkebeweise“ wollte man zeigen, dass es nur einen wahren Gott gibt. Man brannte Heiligtümer nieder und setzte Kirchen drauf und die Hauptgründe  für Adlige zum Christentum zu wechseln, waren natürlich Geld, Macht und politische Beziehungen. Doch die einfachen Bauern wollten sich nicht von ihrem Glauben abkehren. Sie lebten weiter nach ihren Sitten und Bräuchen. Was auch dran lag, dass sie nicht die Kirchensteuern zahlen wollten.( Kirchenzehnten)  So kam es immer wieder zu Unruhen und Erhebungen gegen Karl den Großen. 777 n-Chr. glaubte Karl die Sachsen bereits besiegt, aber es kam unter ihrem Herzog Widuking immer wieder zu Aufständen, deswegen soll an der Reichsversammlung an der Lippequelle, dieses widerliche Gesetzeswerk beschlossen worden sein.

Der Inhalt:

Diese Gesetze sollten den letzten Willen brechen und waren deswegen bewusst brutal und voller Haß geschrieben. Neben dem Heidentum wurden auch die Stammesversammlungen und damit die Things verboten, damit war der einfache Bauer kein freier Mann mehr, sondern „Eigentum“ des Adels.Auch Ehen mussten von diesem Tage an erlaubt werden.

Der Tod stand eigentlich auf so ziemlich jeden Verstoß und neben Dinge die auch Heute noch als Straftaten zählen auch auf Kleinigkeiten. Die Linie ist klar man wollte damit einen ganzen Glauben auslöschen.

Der Tod stand auf harte Sachen wie das Anzünden von Kirchen, das töten von Priestern oder Bischöfen und Menschenopfer

Aber auch auf das Weiterführen heidnischer Bräuche stand der Tod. So wurde zum Tode verurteilt wer Fasten vor Ostern brach und Fleisch gegessen hatte. Sterben musste auch wer seine Toten weiter nach heidnischen Bräuchen bestattete. Sterben musste wer sich nicht taufen lassen wollte und dem alten Glauben nicht abschwören wollte. Im Prinzip sagt das Gesetzt also nichts anderes wie werde Christ und lebe oder bleibe Heide und sterbe.

Aber nicht nur Todesstrafe, sondern auch die Landübertragungen an die Kirche wurde hier festgelegt und die totale Unterwerfung gegenüber des Königs und der Kirche.

 

Die Geseze im genauen Wortlaut (übersetzt ins Deutsche):

  1. Alle stimmen dem Prinzip der höheren Fälle zu, daß die Kirchen Christi in Sachsen nicht geringere, sondern erheblich höhere Geltung haben sollen als die Götzenstätten.
  2. Wenn jemand Zuflucht in der Kirche sucht, soll er dort bis zu seiner Gerichtsverhandlung sicher sein, und niemand soll wagen, ihn mit Gewalt herauszuholen. Wegen der Ehre Gottes und der Heiligen, denen die betreffende Kirche geweiht ist, soll es dem Asylanten vor Gericht nicht an Kopf und Kragen gehen, sondern er soll seine Tat gemäß dein Urteilsspruch mit Geld büßen, soweit er es kann. Dann soll er vor den König geführt werden, und der wird ihn dorthin stecken, wohin es seiner königlichen Gnade gefällt.
  3. Sterben soll, wer gewaltsam eine Kirche erstürmt und in ihr mit Gewalt oder mit Diebsgriff etwas wegnimmt oder die Kirche in Flammen aufgehen läßt.
  4. Sterben soll, wer die vierzigtägigen Fasten vor Ostern in Verachtung des christlichen Glaubens bricht und Fleisch ißt. Aber es soll vom Priester geprüft werden, ob er nicht durch Not gezwungen war, Fleisch zu essen.
  5. Sterben soll, wer einen Bischof, einen Priester oder einen Diakon tötet.
  6. Todesstrafe erleidet der, der vom Teufel getäuscht, nach heidnischer Sitte wähnt, irgendein Mann oder eine Frau sei Hexe und Menschenfresser und sie deshalb verbrennt oder deren Fleisch verzehrt bzw. zum Verzehr weitergibt.
  7. Todesstrafe erleidet der, der nach heidnischem Brauch Leichen bestattet, indem er den Körper den Flammen preisgibt.
  8. Sterben soll, wer Heide bleiben will und unter den Sachsen sich verbirgt, um nicht getauft zu werden oder es verschmäht, zur Taufe zu gehen.
  9. Sterben soll, wer einen Menschen dem Teufel opfert und nach heidnischer Sitte den Götzen als Opfer darbringt.
  10. Sterben soll, wer mit den Heiden Ränke gegen die Christen schmiedet oder bei ihnen als Feind der Christen ausharren will. Und wer ihn dabei gegen König und Christenheit unterstützt, soll ebenfalls sterben.
  11. Dem geht es an Kopf und Kragen, der dem König als untreu erscheint.
  12. Sterben soll, wer die Tochter seines Herren raubt.
  13. Genauso soll bestraft werden, wer seinen Herrn oder seine Herrin tötet.
  14. Von der Todesstrafe in vorstehenden Fällen kann nach Zeugnis des Geistlichen abgesehen werden, falls der Betreffende freiwillig zum Priester geflohen war und die heimlich begangenen Taten gebeichtet hatte und Buße leisten wollte.
  15. Was die niedrigeren Fälle angeht, so stimmen alle darin überein, daß einer jeden Kirche ein Haupthof und zwei Hufen Landes von den Einwohnern eines Gaues, die zu jener Kirche gehören, übertragen werde, und daß je 120 Einwohner sowohl Edelinge als auch Frilinge und Laten, einen Knecht und eine Magd für diese Kirche beisteuern sollen.
  16. Und es entspricht christlichem Gebot, daß allenthalben von allen königlichen Einkünften, auch von den Friedens- und Strafgeldern, der zehnte Teil den Kirchen und Priestern zustehen soll.
  17. In gleicher Weise schreiben wir göttlichem Gebot gemäß vor, daß alle den Zehnt von ihrem Vermögen und ihrer Arbeit den Kirchen und Geistlichen abliefern sollen, und zwar sowohl die Edelinge als auch die Frilinge und die Laten; denn was Gott einem jeden Christen schenkt, muß zum Teil Gott wiedergegeben werden.
  18. An den Sonntagen sollen keine öffentlichen Zusammenkünfte und Gerichtsverhandlungen stattfinden, wenn es nicht große Not oder feindliche Angriffe erfordern. Denn am Sonntag sollen alle zur Kirche gehen, beten und Gottes Wort hören. Genauso soll es an den hohen Kirchenfesten gehalten werden.
  19. Entsprechend erscheint es sinnvoll, in diese Vorschriften einzufügen, daß alle Kinder innerhalb eines Jahres getauft werden. Wir setzen fest, daß derjenige, der ohne Erlaubnis des Pfarrers dieses verschmäht, dem ,,fiscus“ als Edeling 120 sol., als Friling 60 sol. und als Late 30 sol. zur Buße zu zahlen hat.
  20. Wer eine verbotene oder unerlaubte Ehe eingeht, zahlt als Edeling 60, als Friling 30 und als Late 15 sol.
  21. Wer Gelübde nach heidnischem Brauch an Quellen, Bäumen oder Hainen darbringt oder nach heidnischem Brauch opfert und ein Gemeinschaftsmahl zu Ehren der Götzen veranstaltet, zahlt als Edeling 60, als Friling 30, als Late 15 sol. Und wenn er das Geld nicht hat, soll er es im Dienste der Kirche abarbeiten.
  22. Wir befehlen, daß die christlichen Sachsen in den Kirchhöfen und nicht auf den heidnischen Grabhügeln bestattet werden.
  23. Die Wahrsager und Zauberer sollen den Kirchen und den Pfarrern ausgeliefert werden.
  24. Wenn jemand Räuber und Übeltäter, die von einer Grafschaft in die andere geflohen sind, in seinen Schutz nimmt und sieben Nächte beherbergt ohne Absicht, sie vor Gericht zu stellen, zahle er unsere Bannbuße. Das gleiche muß auch der Graf tun, wenn er sich deswegen nicht entschuldigen kann, und er verliert darüber hinaus sein Amt.
  25. Niemand soll sich unterstehen, einen anderen in Pfandknechtschaft zu halten, und wer das tut, zahle die Bannbuße.
  26. Niemand soll sich bei gleicher Strafe unterstehen, einem Menschen zu verbieten, sein Recht vor uns zu suchen.
  27. Wenn jemand keine Bürgen stellen kann, soll sein Vermögen solange in Beschlag genommen werden, bis er einen Bürgen stellt. Wenn er aber in der Zwischenzeit wagt, sein Haus zu betreten, zahlt er entweder 10 sol. oder einen Ochsen für die Verletzung des Bannes und zahlt darüber hinaus seine Schuld Wenn aber der Bürge den festgesetzten Termin nicht einhält, dann hat er selbst gemäß seiner Bürgschaft für den Schaden einzustehen. Der Schuldner aber muß dem Bürgen das Doppelte dessen erstatten, was der Bürge durch ihn an Schaden erlitten hatte.
  28. Wer Bestechungsgelder von Unschuldigen annimmt, verfällt unserem Königsbann, und wenn er, was hoffentlich nicht passiert, ein Graf ist, verliert er sein Amt.
  29. Alle Grafen sollen untereinander Frieden und Eintracht halten; und wenn unter Umständen Streit zwischen ihnen ausbricht, sollen sie sich auf unsern Beistand und unsere Entscheidung verlassen.
  30. Wenn jemand einen Grafen tötet oder seine Beseitigung plant, fällt sein Erbe dem König zu, in dessen Gewalt er ausgeliefert werden muß.
  31. Wir geben den Grafen die Kompetenz, bis zu 60 sol. in ihrem Amt Bannbußen wegen Fehdehandlungen oder Hochgerichtsfällen zu verhängen, und bis zu 15 sol. (von Schwerin liest 12) in dengeringeren Fällen.
  32. Wer einem anderen Mann einen Eid leistet, soll dies am Altar der Kirche an einem festgesetzten Tage tun; und wenn er es verschmäht zu schwören, schließe er einen Vertrag und büße 15 sol., wenn er säumig bleibt, und daraufhin soll er seine Schulden völlig tilgen.
  33. Der Meineid wird gemäß sächsischen Gesetz bestraft.
  34. Wir untersagen, daß alle Sachsen Stammesversammlungen abhalten, falls nicht unser Königsbote auf unseren Befehl hin sie aufbietet. Jeder unserer Grafen soll vielmehr in seinem Amt die Versammlungen abhalten und Recht sprechen, und Pfarrer sollen darüber wachen, daß er sich entsprechend verhält.

E. Schubert, Die Capitulatio de partibus Saxoniae (Fs. H. Schmidt, 1993, Anhang S. 26-28):

Die Folgen des Gesetzes:

Trotz dieses Gesetzes gab es immer noch Bauern die sich der Kirche nicht unterwerfen wollten und die nicht bereit waren den Kirchenzehnten zu zahlen. So kam es 793 zu einem erneuten Aufstand und nach dessen Niederschlagung wurden die Gesetze etwas entschärft und einiges in hohe Geldstrafen umgewandelt.